Videomittwoch: Dörrwaldfotografie

Da gab es doch mal diese Tradition, dass ich jeden Mittwoch ein Video bei YouTube hochlade. Es gibt sie wieder. Heute zumindest. Ich habe nämlich gemerkt, dass es gar nicht so schlimm ist, wenn man beim Fotografieren keine positiven Emotionen dem gegenüber hat, was man fotografiert, es gehen auch extrem schlechte Emotionen! Hauptsache es gibt welche. Wobei der Wald ja gar nichts dafür kann. Ich bin mir ziemlich sicher, dass der sich das auch nicht ausgesucht hätte mit der Trockenheit. Jetzt probiert er halt mehr oder weniger gut damit zurechtzukommen.

Und dann kommt da so ein Dödel wie ich vorbei und fotografiert dieses Leid auch noch und findet es “toll”, dass er was erlebt, was bisher noch Seltenheitswert hat: So ziemlich die trockenste Trockenheit, die man sich vorstellen kann. Also realistischerweise vorstellen kann. Prinzipiell wäre meine Fantasie auch fähig sich vorzustellen, dass es einfach nie wieder regnet und ich dann irgendwann nicht nur Fotos von vertrocknetem Wald, sondern von abbrennendem gefolgt von verbranntem Wald machen kann. Vom Motiv her wäre das ja auch nett und wer weiß, vielleicht würde das Löschwasser ja sogar reichen um am nächsten Morgen, der dann wieder trocken, windstill und sonnig wäre, sogar Nebel zu erzeugen! So ein bisschen zum Verzweifeln ist das schon alles. Aber schlimmer geht immer, mal sehen was als nächstes kommt.

Fotografisch ist das auch irgendwie gewöhnungsbedürftig. Nicht nur, weil ich immer wieder mit mir selber darüber diskutiere wie sinnlos es eigentlich ist im Wald zu fotografieren, wenn es keinen Nebel hat, sondern auch deshalb, weil die Farbpalette, die sich durch die Trockenheit da im Wald ergibt, nett ausgedrückt gewöhnungsbedürftig ist. Ich bin mir nicht sicher, ob es einfach daran liegt, dass das nicht der normalen Sehgewohnheit entspricht oder ob es wirklich einfach daran liegt, dass es manche Farbkombinationen gibt, die einfach nur scheisse aussehen. Braun und grün wollen für mich einfach nicht zusammenzupassen. Ich war trotzdem so mutig diese Farbkakophonie fotografisch für die Nachwelt festzuhalten.

Jetzt wo ich hier bei Squarespace gerade die Galerie mit den sechs Fotos hier oberhalb eingefügt habe, finde ich das farblich direkt noch schlimmer! Das schmerzt ja fast körperlich! Das passt irgendwie so richtig überhaupt nicht zu meinem Stil, falls ich sowas habe. Immerhin zeige ich nicht alle Fotos aus dem Video, weil da sind welche dabei, die noch schmerzhafter sind, aus rein fotografischen Gründen allerdings. ;)

Was aber immer ganz “nett” ist, wenn die Bäume im Dörrwald keine andere Möglichkeit mehr sehen, als Laub abzuwerfen, ist der Blick auf den Boden. Da liegen dann auch viele Dinge rum, die normalerweise so nicht rumliegen sollten. Vertrocknetes Laub mit sommerlichen Farben. Das verschleiert das Trauerspiel zumindest etwas.

Nun denn, vielleicht ist wenigstens das Thema “Hitze” ab dem Wochenende gegessen für dieses Jahr. In Sachen “Trockenheit” sieht es aber weiterhin nicht gut aus, zumindest nicht nachhaltig. Ich will doch nur mal wieder so viel Regen, dass es realistische Chancen für Nebel im Wald gibt. So groß ist dieser Wunsch doch gar nicht?

Ach ja, es ist doch Mittwoch. Das eigentliche Thema des Beitrags war doch das Mittwochsvideo: Hier klicken! Und etwaige Aussagen zu Farben am Ende des Videos beziehen sich natürlich wirklich nur auf Farben!

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