Videomittwoch: Zwei Nächte in den Bergen
Da bin ich wieder. Zurück aus den Alpen. Ein paar ziemlich abwechslungsreiche Tage liegen hinter mir. Und - so viel kann ich glaube ich schon mal verraten - wohl auch wieder vor mir. Das war eindeutig nicht das letzte Mal, dass ich sowas mache. Im Gegenteil, ich habe entschieden, sowas jetzt regelmäßiger zu machen und mir direkt einen passende(re)n(*) Rucksack bestellt.
Jedenfalls: Ich war ein paar Tage im Vercors in Frankreich. Eine Gegend, die ziemlich “wild” ist. Zumindest wenn man erstmal dort ist, wo man ein paar Kilometer zu Fuß hingehen muss, weil man anders nicht hinkommt. Und das muss man dort eigentlich ziemlich schnell, weil viele Straßen gibt es dort nicht. Für den Anfang habe ich es aber eher gemütlicher angehen lassen. Schon ein paar Kilometer weg von allem, wo man mit dem Auto hinkommt, aber trotzdem noch nicht komplett weg von allem. Man muss es ja nicht direkt übertreiben.
Schön ist, dass biwakieren dort offiziell erlaubt ist. Zwischen 17:00 und 9:00 Uhr hat niemand was dagegen, wenn man im Freien übernachtet. Erst recht nicht, wenn man - wie ich - nur Isomatte und Schlafsack verwendet und für den Notfall halt einen Biwaksack verwenden würde. Ich mag Zelte nicht so wirklich. Abgesehen davon, dass man sich damit direkt noch mehr Gewicht einhandelt, hat es einfach was, wenn man nachts aufwacht (oder gar nicht erst einschläft…) und dann den Sternenhimmel sieht, also einen richtigen Sternenhimmel. Oder halt auch nicht, weil es zu viele Wolken hat. Übrigens: Nachts wirkt jede Wolke bedrohlich. Nicht so wie tagsüber. Nachts sind einfach alle Wolken dunkel, sogar bei Vollmond.
Was das Gepäck betrifft, war ich ja irgendwie fast stolz darauf, dass ich es wohl tatsächlich geschafft habe, nicht viel zu viel mitzuschleppen. Eigentlich nicht mal zu viel. Das hat gepasst. Essen für maximal drei Tage lässt sich in Müsliriegelform ganz gut zu transportieren. Genug Flüssigkeit ist dort eher ein Problem. Das kann man einfach nicht alles transportieren. Von daher war ich wirklich froh, dass die Quelle, die angeblich nicht all zu fern von meiner Übernachtungsstelle zu finden sei, wirklich in Zeitlupe Wasser geliefert hat. Bäche und ähnliches hat es dort oben nämlich nicht. Alles Kalk, alles versickert direkt.
Etwas übertrieben mag es erscheinen, direkt zwei Kameras und zwei Stative mitzuschleppen. Aber ich bin ja selber Schuld, wenn ich nicht nur fotografieren, sondern auch filmen will. Das Aufzählen der restlichen Ausrüstung erspare ich mir hier mal, vielleicht mache ich dazu mal ein Video. Guter Lückenfüller. ;)
Eigentlich ging es bei dem gesamten Trip ja sowieso ums - wie überraschend - Fotografieren. Ich wollte ein gutes Foto vom Mont Aiguille machen. Dieser hübsche Kalkklotz, der abgesetzt von der Hochfläche markant in der Landschaft steht.
Wenn ich es jetzt daran festmachen würde, war der Ausflug eindeutig ein Reinfall. Weil das ist mir nicht gelungen. Wetter (das war Pech) und Sonnenstand (das war klar) waren da nicht so richtig kooperativ. Aber naja, so gibt es einen richtig guten Grund im Herbst wieder dort hinzufahren und den schon erwähnten, riesigen Rucksack einzuweihen. ;)
Wenn ich es aber daran festmache, was sonst so entstanden ist, waren die Tage dort richtig gut! Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich so viele Steinbockfotos machen werde. Steinböcke sind ja quasi das Gegenteil von Gämsen: Überhaupt nicht scheu und dafür mit riesigen Hörnern. Das war schon cool. Vor allem auch in Kombination mit dem Wetter: Sonne, Wolken, Nebel. Und tagsüber habe ich dann sogar ein paar Orchideen fotografiert…
Nun denn. Alles weitere zu den drei Tagen bzw. zwei Nächten dort oben, ist ja schließlich Mittwoch, gibt’s im ersten der beiden Videos zu meinem Ausflug: Klick mich an!
(*) Es ist einfach eher unpraktisch, einen zwar in Sachen Fotografie komfortablen, aber für Trekking absolut ungeeigneten Rucksack zu verwenden und ihn komplett zu überladen und lauter Zeug außen dranzuhängen. Sieht man auch im Video. ;)

