Videofreitag: Sonnenaufgang und -untergang im Hohen Venn
Eigentlich wollte ich ja nur meine neuen Fenstersocken testen. Und weil Tests ja immer praktischer sind, wenn man in der Praxis testet, habe ich die Gelegenheit genutzt um was zu machen, was ich schon eine ganze Weile mal wieder machen wollte: Ins Hohe Venn fahren. Bei Sonnenaufgang war ich ja schon öfters dort, bei Sonnenuntergang noch nie. Ab jetzt schon. Es war ein interessantes Erlebnis.
Und das nicht unbedingt nur positiv (wäre ja auch noch schöner bei mir). Ich kann wohl mit ziemlicher Sicherheit behaupten, dass es noch nie stressiger war zu fotografieren. Und das nicht etwa, weil die Bedingungen sich innerhalb von Sekunden geändert hätten oder meine Kamera durch die Wärme fast in Flammen aufgegangen wäre. Es lag einfach nur daran, dass ich naiv genug war zu glauben, dass so ein windstiller Sommerabend im Moor ganz gemütlich ohne störende Stechviecher ablaufen könnte. Oder wenigstens der folgende, etwas kühlere Sonnenaufgang.
Naja, hinterher ist man bekanntermaßen immer schlauer. Meistens zumindest. Da kommen auch wieder die Fenstersocken ins Spiel. Das Wort kannte ich übrigens bisher auch nicht. Ist einfach ein Moskitonetz, das man wie einen Socken über die Türen des Autos ziehen kann. Danach hat man auf beiden Seiten des Fensters einen Mückenschutz und kann die Fensterscheiben über Nacht einfach offen lassen, ohne das irgendwas reinfliegen könnte, was das machen will, was die Viecher beim Fotografieren die ganze Zeit mit mir gemacht haben.
Wieso genau ich dachte, dass ich das zwar für die Nacht im Auto brauche, aber in einem Moor keinen Schutz für mich brauche, wenn ich eine ganze Weile beim Fotografieren einfach nur still rumstehe, weiß ich nicht so genau. Was ich auch nicht so genau weiß ist, ob es sich wenigstens gelohnt hat zu leiden. Würde ja meinen: Naja, ne, nicht wirklich.
Vielleicht sollte ich mir aber auch einfach einreden, dass ich gerade versuche mich damit anzufreunden, dass man auch ohne Nebel Fotos machen kann, die mir vielleicht in einer alternativen Zeitlinie gefallen könnten. Weil für viel mehr reicht es zumindest in Sachen Landschaftsfotografie aktuell einfach nicht. Nebellose Fotos wirken so tot. Ich kann mir nicht helfen. Vielleicht ändert sich das ja, wenn ich es nur oft genug wiederhole. Das ist ja eine Sache, die angeblich auch in anderen Situationen helfen soll.
Ach ja, hier geht’s zum Video inklusive Mückenerlebnis: Klick mich an!

